24everything

Ohne Kontext. Ohne Einleitung. Ohne Schokolade.

14 Mar

Martin Lange

Der UvD ist voll OK

Da ich bei meinem Wochenenddienst keinen Internetz-Empfang habe, der ausführliche Bericht jetzt erst.

Aber ersteinmal eine kurze Übersicht über meinen Aufgabenbereich:
Ich bin der UvD, also der Unterofizier vom Dienst. Und das, obwohl ich nicht mal Unteroffizier bin. Aber so können die echten Unteroffiziere am Wochenende nach Hause. Oh, diese falschen echten Unteroffiziere!
Neben mir gibt es hier noch den KvD, den Kraftfahrer vom Dienst. Der hängt aber den ganzen Tag auf seiner Stube ab, während ich unten am Eingang in meinem kleinen Kämmerlein sitze und warte.
Ich warte, dass die 24 Stunden umgehen und nicht darauf, dass etwas passiert. Dabei passe ich auf, dass keiner mir das Haus wegklaut. Unter der Woche darf man ab 17 Uhr auch den Fernseher oder einen Laptop anschalten, am Wochenende zum Glück schon früh.

Also, mein Samstag, wie er schöner nicht sein könnte:
06.10: Aufstehen. Anziehen, ins Bad.
06.45: Der UvD von Freitag kommt hoch und sagt, ich soll runterkommen, er mag heim zu Frau und Kind.
06.50: Ich schreibe einfach die Seite vom UvD-Buch von gestern ab, damit wäre alles übernommen.
07.00: Stelle fest, dass hier aber auch absolut kein Empfang für Internet ist. Handy auch nur marginal.
07.10: Spiele ein Spiel am PC und höre dabei Musik.
07.20: Die Uhr an der Wand nervt entsetzlich. Obwohl sie gar keinen Sekundenzeiger hat, macht es ihr trotzdem Spaß, halbwegs rhytmisch zu ticken.
07.22: Schritte! Was ist hier los?
07.25: War doch nur die doofe Uhr. Kann Schritte und Ticken nicht auseinanderhalten, wenn Musik läuft.
07.26: Egal, ich spiele einfach weiter.
09.17: Ein Auto fährt vor.
09.17: Ein Mann mit silberner Kordel steht vor der Tür, wird wohl der OvWa sein, der Offizier vom Wachdienst.
09.18: Er unterschreibt ins Buch, dass alles ok ist und keiner brennt. Ist ja auch keiner da.
09.20: Überlege, warum der Offizier vom Wachdienst eigentlich ein UNTERoffizier ist und der Unteroffizier vom Dienst [ich] nur ein popeliger Gefreiter.
09.22: Vielleicht hätte ich frei, wenn ein Offizier wirklich OvWa wäre, dann könnte der Unteroffizier hier UvD sein.
09.30: Der KvD ist aufgestanden und sagt mal Hallo.
09.31: Der KvD nimmt sich die Autoschlüssel und fährt auf Besorgungsfahrt.
09.40: Der Major ist hier und sagt mal “hi”. In Zivilkleidung sieht er aus wie ein Musikproduzent. Bietet mir aben keinen Plattenvertrag an. Entweder doch kein Musikproduzent oder ein sehr schlechter.
09.50: Der Kvd kommt zurück mit Brötchen und Zeugs, er war beim Supermarkt. Er geht frühstücken.
10:10: So langsam habe ich zu viel gespielt. Verdammt.
10.20: Mache das Spiel aus.
10.21: Entdecke eine Sport-Bild und prüfe, ob mich wenigstens IRGENDETWAS darin interessieren könnte.
10.27: NEIN. Nicht im Geringsten. Sogar das Otto-Interview ist schlecht.
10.29: Die Busfahrerin des Karlsruher SC heißt Jessice Förster. Da ist kein Bild von ihr, aber ich denke, sie hat sicher einen Fanclub.
10.34: Gummitierchen sind mein Frühstück.
11:00: Es ist immer noch nichts passiert.
11:07: Jede Minute macht die Uhr ein Mal besonders laut “klack”. WOW. Ich und die Uhr könnten heute noch Freunde werden.
11.12: Lege die Sport-Bild weg und spiele wieder.
11.25: Der KvD kommt wieder runter, damit ich essen gehen kann.
11.30: Es gibt Schaschlik mit Reis, Schokopudding, Apfelmus mit Vanillesoße, Obst und allerlei Getränke. Packe mir auch noch eine Tüte für heute Abend.
11.56: Ich bin wieder da, der KvD geht wieder auf seine Stube und schimmelt da rum.
12.05: Der Major kommt, er war sein Auto abstellen. Ich schließe die Tür vorne wieder ab.
11.07: Im Fernsehen kommt Family Guy.
11.08: Ich spiele weiter.
15.05: Wieder Besuch vom OvWa. Alles OK.
15.55: Spielen überfordert langsam meine Augen und meine Finger. Gucke Scrubs.
16.07: Ich schreibe eine SM. Hier Empfang zu finden ist lustig, manchmal muss man hüpfen.
16.20: Ich spiele Gameboy mit dem Emulator.
16.59: Bekomme Bauchschmerzen von den Gummitierchen. Ist das eigentlich gesund, dass da Bienenwachs als Trennmittel drum ist? Ich esse doch auch keine Kerzen!
17.04: Ich esse aus Langeweile die Kürbiskerne von meinen Brötchen für Abend. Ich bräuchte einen Meisenknödel, das wäre sicher lustig.
17.07: Stelle fest, dass ich nur Teelichte aus Paraffin habe. Verwerfe die Idee, an einer Kerze zu knabbern.
17.09: Meine Brötchen sind absolut leergeknabbert.
17.10: Mir fällt auf, dass das hier fast wie Twittern ist. Aber für sich gestellt würden die ganzen sachen hier keinen Sinn machen.
17.11: Hui, habe das Geheimnis von Twitter geknackt. Arbeite an Google, Youtube und dem Geheimnis der Pornographie.
17.13: Na gut, eine der 3 Sachen kann ich mir jetzt schon erklären.
17.22: Auch Gameboy-spielen wird fad.Höre auf damit und widme mich erstmal ganz dem Film “10 Dinge, die ich an Dir hasse”. Kommt der eigentlich jedes Wochenende?
17.31: Beginne jetzt mit dem Abendbrot. Wäre schöner, wenn da noch Körner auf meinen Brötchen wären. Wo sind die?
17.51: Habe 2 Brötchen mit Schinken und anderer Wurst verspeist. Und etwas, was aussieht wie eine Nektarine, aber nach Pflaume schmeckt.
17.52: Ich habe noch 3 Pflaumarinen übrig.
17.59: Bin ich der Erste, dem auffällt, dass das Mädel bei “10 Dinge, die ich an Dir hasse” am Ende 12 Dinge aufzählt, die sie an ihm hasst?
18.07: Ich spiele mal wieder. Mal sehen, wie lange mein ADS das durchhält.
18.40: Jemand von den wenigen, die noch hier sind, gibt seinen Schlüssel ab und geht.
19.05: Irgendjemand kommt. Warum kommt man am Samstag Abend zum Bund?
19.38: Der, der vorhin gegangen ist, kommt zurück. Das war also wohl die bewegungsreichste Zeit an diesem Tag.
20.16: Gucke “Kein Bund für’s Leben” Der Fernseher hat also heute Abend seine zynische Ader entdeckt.
20.29: Frau im Film sagt: “wir rufen jetzt den UvD”. Kann man als nicht-Soldat diesen Film überhaupt verstehen?
20.31: Der Film ist stellenweise wie der echte Bund. Ich erkenne eindeutig Charaktere von hier wieder.
20.35: Der arme Typ. Die ganzen Psychos! Zum Glück bin ich hier der verrückteste.
21.09: Alle Sanis sind Mädchen… Ja, wie lieben Klischees!
21.13: Wie die sich freuen, dass sie am Wochenende heim dürfen! Die Welt macht sich über mich lustig.
21.20: Der OvWa schaut mal wieder vorbei. Das Ganze dauert keine 20 Sekunden. Kurz rein, Unterschrift, fertig.
22.11: Gucke eine Doku über Gefängnisse. Eingesperrt. Schon wieder sowas Zynisches.
22.45: Der Tag geht ja doch endlich mal zuende. Nur noch knapp über 8 Stunden, dann bin ich frei. Also, relativ frei, da ich ja dann erst in 6 Tagen heim kann.
23.07: DIE UvD von morgen ist gekommen und hat gefragt, wann sie morgen früh da sein soll.
23.40: Bin schon recht müde.
23.54: Zum Glück kommt so viel gruseliges Zeug im Fernsehen, da kann ich gar nicht einschlafen.
00.03: Der KvD kommt runter und sagt, ich kann pennen gehen, er übernimmt unten.
06.00: Wecker klingelt wieder, aufstehen, anziehen, Bad.
06.20: Gehe wieder runter.
06.34: Der KvD für Sonntag ist da.
06.39: Ein Anruf, der KvD soll ein Fernschreiben abholen. Macht der von Sonntag.
06.45: Meine Ablösung kommt pünktlich, kleine Einweisung und ich kann gehen.
06.51: Ich bin wieder auf meiner Stube und darf nun bis Montag Morgen hier rumsitzen. Dann noch 5 Tage Dienst, dann geht es endlich mal wieder nach Hause.

12 Mar

Martin Lange

Kacke

Eigentlich hätte ich das nun kommende Wochenende hier beim Bund bleiben müssen.
Aber zum Glück habe ich einen Kameraden gefunden, der meinen Wochenenddienst für mich übernimmt.

Bis hierhin ist die Geschichte gut.

Dummerweise ist dieser Typ aber seit Donnerstag Nachmittag krank geschrieben und kann nun doch nicht. So muss ich mich darauf einstellen, doch noch 7 Tage länger hier zu bleiben. So lange war ich noch nie beim Bund. Nach einer Woche ist es ja schon zermürbend, aber 2 Wochen werden mich sicher außer Gefecht setzen.
Ich bin absolut nicht darauf vorbereitet, hier das ganze Wochenende herumzusitzen. Ok, dadurch habe ich mal die Gelegenheit, zum Friseur zu gehen und kann die Truppenküche auch am Wochenende genießen…
Ach, das ist doch alles doof.
Aber sehen wir das Positive:

Ach ja. Es gibt ja nichts Positives daran!

11 Mar

Martin Lange

Schnupper Gas, Bösewicht!

Liebes Tagebuch.
Dienstag war ein ganz, ganz toller Tag.

Da durfte ich mit dem anderen Jungen aus der Anmeldung [ich habe Dir von ihm erzählt, der mit den Zähnen] nach Drögeheide, das ist gaaaanz viel weit weg. Es kamen 2 Lieder im Radio, bis unser schwarzes Auto endlich da war.
Dort waren ganz viele Leute, die ich alle nicht kannte, auf die mussten wir aufpassen.
Die wollten nämlich wissen, ob ihre Gasmasken alle supidupi OK sind und haben sich darum alle in einen Raum voller CS-Reizgas gestellt.
Die sind eigentlich ziemlich dumm, weil ja nichts passiert wäre, wenn die nicht eben in diesen Raum gegangen wären.
So mussten ein paar schon früher gehen und durften nicht weiter mitspielen.
In Drögeheide in der Kantine gibt es den gleichen Mist wie hier, nur dass das dort ganz schnell alle ist und wir einem Oberstleutnant und einem Major das Mittag weggemampft haben.
Aus der Mat-Gruppe waren auch ein paar Leute da, die haben Tee gebracht und Brötchen geholt, aber ich wollte keines, weil ich glaube, dass mich mehr Leute lieb haben, wenn ich dünn bin.
Aber ich muss jetzt auch ins Bett, liebes Tagebuch. Morgen warten doch wieder spannende Abenteuer auf mich.

07 Mar

Arian Wichmann

Gorillaz – Plastic Beach

Das Wochenende ist rum, seit Freitag halte ich es in den Händen – ihr habt es sicher erraten (schon anhand der Überschrift) es geht um das neue Gorillaz Album Plastic Beach. Nach Demon Days hat Damon Albarn gesagt ‘jetzt ist Schluss’, aber das Projekt war dann (glücklicherweise) doch noch nicht am Schluss angelangt. Es sollte das poppigste Album werden das Albarn je gemacht haben, jedenfalls laut ihm – und ja es ist poppig geworden. Ob es nun wirklich das poppigste ist… wer weiß. Aber was man definitiv sagen kann, jedes Album von Gorillaz ist anders. Vom Ersten kann ich mir ungefähr die Hälfte der Titel anhören, den Rest mag ich nicht. Das Zweite kann ich in der Schleife hören und das Dritte? Tja das rangiert sich zwischen 2 und 1 ein. Als Gesamtwerk ist es durchgehend hörbar, was ich vom Debütalbum nicht sagen kann – aber an die Klasse von Demon Days kommt es nicht heran. Es hat zwar auch ein paar richtig gute Titel aber nicht so viele wie auf dem Album zuvor.

Auch ist der poppige Charakter gewöhnungsbedürftig. Als ich Stylo zum ersten Mal gehört habe war ich erst etwas… nunja, sagen wir überfordert. Aber inzwischen mag ich ziemlich doll, it has grown on me wie man auf Englisch sagt und wozu mir wirklich keinerlei knackige Übersetzung einfällt. Ähnlich verhält es sich bei Album auch, ich glaube es wird mir noch ein wenig besser gefallen wenn ich es noch ein paar Mal gehört habe.

Eine große Diskussion war das Namedropping das teilweise auf dem Album betrieben wird. Ja es stimmt, 80% der Titel haben ein Featuring im Künstlertag von mir bekommen – aber das ist nichts schlimmes. Es tut dem Album eigentlich ganz gut. Auch wenn es sich da ein wenig in mir streitet. Zum einen sind die Gäste gut aber zum anderen heißt das, dass es weniger nur-Albarn-Titel gibt. Was schade ist. Ich kann nur hoffen das auf der B-Seite (oder P-Side in diesem Fall :) ) der ein oder andere Titel in dieser Richtung dabei ist, wenn sie denn erscheint.

Insgesamt gebe ich dem Album eine 8/10 Punkte!

Und das war seit ewigen Zeiten mal wieder ein Review auf dieser ursprünglich irgendwann in den Urzeiten als Reviewblog gedachten Ding :) .

05 Mar

Martin Lange

Rick geht zum Arzt.

Als ich noch jünger war [gestern], habe ich euch erzählt, dass ich jetzt der ABC-Gren-Sani bin. Um die große Erklärwoche abzuschließen fehlt nur noch, was man im SanZentrum so macht, dann sind wir alle auf dem gleichen Stand.

Sehen wir es mal aus der Sicht eines armen Typen aus der AGA.
Nennen wir ihn Rick, weil das so ein bekloppter Name ist. Wie Hendrick ohne Hend.
Rick weiß, dass er morgen draußen schlafen/marschieren/im Unterricht sitzen/putzen/Kantinenessen essen muss, also denkt er die ganze Nacht daran, wie furchtbar krank er doch ist. Am nächsten Morgen fühlt sich Rick nicht sonderlich gut, weil er nicht schlafen konnte. Musste sich ja auch die ganze Zeit vorstellen, wie krank er ist.
Also meldet er sich beim morgentlichen Antreten “Neukrank”.
Nach dem Frühstück meldet er sich im Geschäftszimmer und dieses ruft nun bei uns an und meldet, dass heute nur 30 von 90 Leuten keinen Bock haben krank sind, darunter auch Panzerschütze Rick. [Rick heißt mit Nachnamen auch Rick, dafür kann er aber nichts].
Früh noch schreiben die Gezi-Leute die Termine für die AGA an die Tafel, später muss man das alles selber machen.

Rick hat nun bald seinen Termin, also zieht er sich seinen Sportanzug an, empfängt seinen Krankenmeldeschein und kommt zu uns.
An der Anmeldung stehe in diesem Fall heute ich und nehme ihm den Schein ab, stempel ihn, stempel seine Akte und bringe beides hoch in die Sprechstunde. Rick wartet derweil.

Jetzt kommt Rick dran und darf erzählen, was er sich so ausgedacht hat. Dann schreibt der Arzt auf seinen Krankenmeldeschein, dass Rick heute auf der Stube bleiben soll und eine Woche von Sport, Märschen und Süßspeisen befreit ist. Diesen bekommt Rick mit und darf sich damit bei seinem Teileinheitsführer vorstellen. Danach folgt aber für uns noch eine Menge Papierkram.
Der Oberfeldarzt hat einmal zu mir gesagt: Außerhalb der Sprechstunde ist alles stumpfe Bürokratie. Aber in der Sprechstunde sind es nur Zwei Drittel. Leider stimmt das.

04 Mar

Martin Lange

Der ABCGrenSani aus der StKpPzGrenBrig41 stellt sich vor.

Da ich mich in der G4-Abteilung leicht gelangweilt habe, habe ich meinen Job nach nur einer Woche gewechselt. Wie das ging?
Man kann beim Bund nicht so einfach und unkompliziert von einen Tag auf den Anderen etwas Anderes mache. Dafür muss man kommandiert, versetzt, verpackt und was weiß ich noch alles werden. Dann muss die alte Stelle neu besetzt werden und die neue Stelle erst einmal frei gemacht werden, was wieder eine Schlange von Versetzungen nach sich zieht. Aööes hochgradig kompliziert, aber wichtig, da es garantiert, dass sich immer gleich viele Leute langweilen.

Aber man kann sich da auch durchschummeln.
Die G4-Abteilung gehört zum Stab, das kann man sich als Verwaltung vorstellen. Da muss aus jedem Bereich jemand sitzen, der Ahnung hat und sich auf seinem Fachgebiet langweilen kann. Als der Sanitätsoffizier [nennen wir ihn Doktor O.] nir einen Job im Sanitätszentrum anbot, habe ich gerne zugesagt, da das wirklich weitaus interessanter klang.
Jetzt bin ich zwar offiziell immer noch im Stab, wie Doktor O., aber wie er arbeite ich auch im SanZentrum. Also bin ich ein ABC-Grenadier-Sani mit Panzerschützenausbildung.
Sowas gibt es hier öfters, aber ich bin ein ziemlicher Extremfall.

Wenn ich auch auf dem Papier ein Sani werden will, müsste ich weiterhin hier arbeiten, aber meine Stube wäre plötzlich auf einem anderen Kasernengelände. Dafür würde ich ein blaues Barret bekommen. Zum Glück bin ich da nicht so wirklich scharf drauf, da ich eh immer nur die Feldmütze trage.

Also hätten wir schon einmal geklärt, wo ich jetzt eigentlich bin.
Fehlt nur noch, was ich da so mache, dann ist die Erklärwoche auch schon vorbei.

03 Mar

Martin Lange

Welcome to the stick! [Willkommen im Stab!]

Was bisher geschah:
Nach meiner Karriere im Sicherungszug und der Feststellung, dass ich in einem Schrank kein Wetter beobachten kann und dass das auch ohne Schrank sinnfrei wäre, kam ich ins Geschäftszimmer [kurz: Gezi, beim Bund kürzt man ja alles ab] der G4-Abteilung im Stab [oder kurz: StKpPzGrenBrig41].

Die G4-Abteilung.
Wofür sie zuständig ist: Zeugs. Du brauchst Zeugs, Du willst wissen, wo Dein Zeugs ist oder Du hast Zeugs kaputt gemacht? RUF! UNS! AN!
Was da gemacht wird: überwiegend Kaffee trinken und Bockwurst essen. Im Schnitt macht die G4-Abteilung so im Schnitt 2 bis 3 mal in der Woche ein Bockwurstfrühstück. In meiner ersten Woche waren wir einmal Schnitzel essen, es gab ein Mal Bockwurst und dann noch einmal Brötchen mit Mett und Rührei. Darum ist die G4 auch der Brigede-Bockwurst-Punkt.
Was ich da so gemacht habe: 9 Kannen Kaffee am Tag, Bockwurst kochen und viele Bundesmails weiterleiten. Die Bundeswehr hat ja keine E-Mails, sondern LoNos. Allein schon, weil ihr alle viel zu viele Steuern zahlt, um uns etwas kostenloses, unkompliziertes nutzen zu lassen.
Meiner Meinung nach heißt die G4-Abteilung darum G4, weil sich die Arbeit, die für einen Gefreiten [G] reichen würde, auf 4 Leute aufteilt.

Darum habe ich es wohl auch nicht so lange da ausgehalten.

Fortsetzung folgt.

02 Mar

Martin Lange

Herr Apus unheimliches Gespür für Schnee

Nach meinem Leidensweg im Sicherungszug bekam ich einen Zettel,auf dem meine neue Verwendung stand. Die erste Erleichterung war: es stand NICHT “Sicherungssoldat” darauf.
Interessanterweise stand aber auch nicht “Stabsdienstsoldat” darauf, sondern:
Erstverwendung: ABC-Aufklärungssoldat
Zweitverwendung: ABC-Wetterbeobachter.

Und mir stellten sich enorm viele Fragen:
Was zum Teufel macht man als ABC-Wetterbeobachter? Wozu gibt es so jemanden im Stab, der absoluten Sesselpupser-Eliteeinheit? Soll ich auf dem Dach sitzen und Bescheid geben, wenn der Regen sauer schmeckt und die Wolken rot und Pilzförmig werden? Und: Heißen die ABC-Leute in der Grundausbildung eigentlich ABC-Schützen, wenn die Panzerleute Panzerschützen heißen?

In meiner neuen Einheit angekommen, wurde ich sofort dem zuständigen ABC-Offizier vorgestellt, der aber feststellte, dass ich gar nicht benötigt werde und außerhalb des Schrankes auch gar kein Platz für mich wäre. Also kam ich kurzerhand ins Geschäftszimmer, den wohl ehrenhaftesten aller Aufgabenbereiche.

Was wird Apu im Stab noch so passieren? Wird er da bleiben? Werden die Geschichten wieder länger? Wann kommen endlich die Blutegel und nicht-koschere Wurstwaren? Wie erklärt man einen Papierkrieg und wem? Gehen Apu nicht irgendwann einmal die doofen Fragen aus, die sich ja doch keiner stellt?

Das Alles und noch viel mehr, aber auch einiges Weniger erfahrt ihr sicherlich bald, wenn es wieder heißt: AGA [Apus große Abenteuer]

01 Mar

Arian Wichmann

Zukunftspläne bis Ende Juli

Kurze Inforunde. Nach Abschluss meiner momentanen Projekte (hab noch ein Hörbuch zu schreiben und mir ein Studium rauszusuchen) will ich zwei Projekte in Angriff nehmen.

Projekt 1: Photoreisen durch Thüringen mit dem Zug am Wochenende – selbsterklärend

Projekt 2: ZBrush lernen. ZBrush ist ein Programm zum digitalen Sculpten wie es so schön heißt. Bedeutet man erstellt 3D Modelle von der Arbeitsweise relativ ähnlich wie beim Tonformen. Will mich da mal mit beschäftigen. Mal schauen ob es ein längerfristiges Projekt wird, subject to change auf jedenfall.

Projekt 2,5: Immer wieder am Einschlafen aber eigentlich nicht aufgegeben, in Chor gehen mal schauen was diese Stimme so an Gesang vermag – wenigstens mal schauen.

Das nur als kleines Headsup, momentan ist wenig los produktivtechnisch – soll und muss sich ändern. Aber erstmal Projekt Hörbuch… grmml… sind min. noch 6-7 Stunden monotonste Arbeit.

Bis dahin, ich hör jetzt erstmal Plastic Beach von Gorillaz :)

Over and out

PS: Warum jetzt bis Ende Juli? Ganz einfach, weil bis da geht mein FKJ – was danach kommt kann ich absolut noch nicht sagen im Moment.

01 Mar

Martin Lange

Ich lebe. Aber nicht sehr sicher.

Ohne Populärmusik aus Österreich zitieren zu wollen:
Ich lebe.

Aber keine Angst, ich komme damit klar.

Ihr wollt sicher wissen, wie es mir in der Zwischenzeit so ergangen ist. Und wenn nicht: erzähle ich es trotzdem, da hier niemand mit einem Dienstgrad ist, der mir etwas zu sagen hätte.

Die 3 Wochen Jägerausbildung im Sicherungszug sind schon lange vorbei und ich kann sie nun endlich mit der nötigen Distanz betrachten, um objektiv mit vollstem Respekt und mit Anerkennung auch an meine Ausbilder sagen zu können:
Was für ein sinnloser Mist!

In den 90ern hätte manes als Trendsportart verkaufen können, damit es cool ist. Extrem-bei-Minus-17-Grad-Celsius-im-Wald-schlafing, Extrem-jeden-Tag-den-selben-Unsinn-schießen und mein absoluter Favourit: Power-Waffenputzing.
Zum Glück gehöre ich nicht zu denen, die ihre letzten 5 Monate dort bleiben dürfen. Das sind, grob betrachtet, übrigens die größten Trantüten, die es hier gibt. Nun ja, im Wald können sie nicht viel kaputt machen, aber dummerweise ist es auch der Sicherungszug, der unsere Wache stellt.
Von allen Türsteherklischees einmal abgesehen, Trottel mit scharfen Waffen am Schnittpunkt der Kaserne zur Außenwelt erscheint mir leicht unüberlegt. Genaugenommen ist es auf der gleichen Stufe der Unüberlegtheit wie eine Waffenkammer des Vertrauens. Oder einen Soldaten auf einen Kasten Bier aufpassen zu lassen.

Also halten wir fest: ich bin nicht mehr im Sicherungszug.
Aber was kam danach? Und wann kommen endlich die versprochenen nicht-koscheren Wurstwaren und die Blutegel und Postpingpong und die Geheimnisse der Wetterbeobachtung und und und…?
Bald schon, bald schon.

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