24everything

Ohne Kontext. Ohne Einleitung. Ohne Schokolade.

04 Feb

Martin Lange

Horrido Jo!

Horrido-Jo ist nicht etwa ein Satz aus der slowenischen Übersetzung von Bob dem Baumeister, sondern der Schlachtruf der Jäger, also auch des Sicherungszuges, dem ich in den ersten 3 Wochen meines Gefreitenlebens angehörte. Obwohl wir Gefreiten intern einen Spruch unseres Hauptfeldwebels als Schlachtruf benutzen: ein dreifaches:
Nix-Digges! / Nix-Digges! / Nix-Digges!
Denn es ist doch nix Digges, was wir machen und nach seinen Angaben sind es auch immer 5 Kilometer bis zur Kaserne, auch bei unserem ersten Marsch, der von 16 Uhr bis 19.45 gedauert hat, ein paar Kilometer unter ABC-Maske und ein ganzes Stück Kameraden-tragen beinhaltet hat und den ich teilweise mit T-Shirt im Schnee laufen musste, weil ich mit meiner Jacke zum Bau einer Trage für den zu tragenden Kameraden beigetragen habe.
Aber wir haben alles ganz gut überstanden, nur unsere weibliche Kameradin konnte nicht mehr und ein Gefreiter bemerkte, dass es beim marschieren doch ganz warm werden kann. Auf jeden Fall zu warm für 4 Hosen. Faszinierende Feststellung. Da war mir mein T-Shirt lieber [wobei ich natürlich auch eine Hose anhatte].

03 Feb

Martin Lange

Mein Mampf

Es gibt auch Nachteile, nicht mehr in der Grundausbildung zu sein und vor um 5 aufzustehen. Genau genommen einen ganz gravierenden: man ist nicht mehr zuerst beim Frühstück, die AGA-Leute waren ja schon da. Was sich durch eine Knappheit diversester Lebensmittel bemerkbar macht, allem voran dem köstlichen Rotsaft, dem schmackhaften Gelbsaft und dem gesunden Weißsaft [oder auch Kuhsaft genannt], so dass man sich manchmal mit Durchsichtigsaft zufrieden geben muss. Wenn dann auch noch kein Kakao aus der Warmgetränkmaschine kommt, schreit das geradezu nach Vergeltung. Dass man ab um 6 keinen Joghurt mehr bekommt, ist ja noch OK, aber bei Kakao hört der Spaß für einen gestandenen Soldaten auf. Wie soll man für Frieden und Sicherheit sorgen, wenn man kein schokoladiges Heißgetränk zum Frühstück hatte? Darum boykottiere ich das Frühstück mehr und mehr, was auch besser für meinen Schlafrhythmus ist. Aber da hört es ja nicht auf. Mittags habe ich bisher als Gefreiter eher selten in der Kaserne gegessen, da ich ja bei der Jäger-Ausbildung meistens draußen im Felde war, aber beim Abendbrot ist man auch gezwungen, sich der AGA anzupassen und kurz vor 17 Uhr zu kommen, wenn gerade alles aufgefüllt wird. Sonst ist es reinstes Glücksspiel, noch etwas Lachs abzubekommen. Oder was es sonst noch Feines gibt.

02 Feb

Martin Lange

Traute Stube / Glück allein / Zahnpastatube / nur für den Reim

Meine neue Stube ist mit mir mit insgesamt 4 Leuten belegt, wobei einer im Auslandseinsatz und einer irgendwie nie da ist. Bleibt noch einer, der recht wenig redet, aber ziemlich nett ist. Also heißt es: er, ich und der Kühlschrank, der Fernseher, die Mikrowelle, der Toaster und der Wasserkocher. Und der Laptop. Als das Fernsehprogramm nicht mehr ausreichte, hat er noch seine Xbox360 aus dem Auto geholt. Wenn ich meine kleine Jägerausbildung beendet habe, habe ich auch meistens 16.30 Schluss wie er und werde wohl auch so viel Zeit für die liebe Technik haben. Und ich werde allem Anschein nach da eingesetzt, wo er auch ist, was mich freut, da er eine sehr entspannte Beschäftigung zu haben scheint, die er mir aber nicht so ganz erklären konnte. Dazu war er zu entspannt. Genau genommen schläft er meistens, wenn er da ist und wacht nur pünktlich um kurz nach 22 Uhr auf, um das Fernsehprogramm umzuschalten. Meiner Meinung nach ist er gar nicht im Stab, sondern in einer ultrageheimen Superspezialeinheit, die ohne Furcht und Skrupel bei Osama Klingelstreiche macht und die Leute von KSK und GSG9 beim Skat bescheißt. Selbstverständlich muss man das Geheimnis wahren und möglichst unauffällig sein. Und was wäre beim Bund auffällig? Richtig, Dienstschluss nach 16.30 Uhr.
Dann gibt es da noch den Heimschläfer auf der Stube, also den, der nie da ist. Ab und an ist er Mittags da, was ich daran erkenne, dass in seiner Kippenflasche ein Zigarettenstummel mehr ist. Zwei Mal habe ich ihn auch real erlebt, wobei er da nicht geredet hat. Er ist wohl leicht schüchtern.

01 Feb

Martin Lange

Heute Nichts

Heute bin ich mal wieder im Bundeswehrkrankenhaus in Berlin. Darum heute mal nichts.

29 Jan

Martin Lange

Studium und Bund?

Die Grundlagen des MGs hat uns ein Oberfeldwebel der Reserve beigebracht, der aufgrund der Wirtschaftskrise ein halbes Jahr beim Bund arbeitet, bis sein Arbeitgeber selbige überlebt hat. Seine Bundeswehrlaufbahn fand ich recht interessant, aber lauscht selbst:
Er hat 2002 ganz normal seinen Grundwehrdienst in neun Monaten abgeleistet und ging danach studieren, was ihn aber nicht auslastete. Denn irgendetwas fehlte ihm und er meldete sich als Reservist. Er sagt, dass man als Student viel zu viel Zeit hat, darum hat er eine Menge Wehrübungen und sowas mitgemacht [insgesamt 400 Tage (aber die nicht alle in einem Jahr, logischerweise) ] und sogar einen Feldwebellehrgang belegt, da man ja so viel Zeit und als Student nichts zu tun hat. Jetzt arbeitet er, wenn er nicht gerade beim Bund ist, als Maschinenführer in einem Metallbetrieb, da er sein Studium auf mysteriöse Weise nicht geschafft hat. Aber wie gesagt, als Student hat man viel zu viel Zeit. Wenn jemand herausfindet, woran es liegen könnte, dass er das Studium nicht geschafft hat, soll er mir bitte Bescheid sagen. Hatte ich schon erwähnt, dass man beim Studium ja eh nichts zu tun und zu viel Zeit hat?

28 Jan

Martin Lange

I am heavy-weapons-guy

Am Zweiten Tag war die MG-Ausbildung für uns vorgesehen, die dank der kurzen AGA mein erstes Mal mit der Streuwaffe MG3 darstellte. Da viel Schnee lag und wir in der Stabsbrigade warme Räume gewohnt sind, war die ganze Ausbildung mit zusammensetzen, zerlegen, Sicherheitsüberprüfung und so weiter schön drinnen, danach ging es zum Simulatorschießen, was wirklich Spaß gemacht hat. Besonders, da wir Zeit hatten und am Ende noch ein paar lustige Dinge gemacht haben, wie im simulierten Schneegestöber auf simulierte Feinde schießen, während die erste Kompanie draußen im echten Schneegestöber lag und an ihren Waffen herumgeschraubt hat.
In der zweiten Woche durften wir dann auch wirklich mal Brichta-mäßig eine Kette durchziehen, und zwar eine Kette voller Patronen. Genau genommen sogar mehrere, 7 mit je 15 Schuss am Tag und nach einer ganzen Weile warten dann noch eine Kette mit 50 Schuss Leuchtspurmunition beim Nachtschießen. Es ging darum, von diesen 50 Schuss mindestens 10 zu treffen, um die Übung zu bestehen und das Kreuz im Schießbuch zu bekommen. Oder auch nicht. Ich konnte mich entscheiden, was ich später lieber meinen Enkeln erzählen will:
1.: Opa hat die Nachtschieß-Übung mit dem MG3 bestanden, als er beim Bund war.
oder
2.: Opa hat mal 50 Schuss Leuchtspurmunition wie ein Bekloppter im Dauerfeuer über die Heide geballert und ordentlich Feuerwerk gemacht, beim Bund.
Ratet mal, wie ich mich entschieden habe? Natürlich für ordentlich Feuerwerk, bin ja kein Schießbahn-Streber.

27 Jan

Martin Lange

Ich habe den Pommes!

Als Gefreiter steht es mir ja jetzt zu, auf die neuen Rekruten herabzusehen. Und auf die Kameraden, die den ganzen Mist noch mal machen müssen, nur im Schnee. Man sagt, dass in der AGA im ersten Quartal immer die größten Idioten sind, aber dazu kann ich mich noch nicht äußern. Aber man kann nicht sooo helle sein, wenn man seine Grundausbildung macht, wenn überall Schnee liegt. Weiterhin ist diese AGA auch noch 2 Wochen länger als meine, da Weihnachten ja seltenst auf den März fällt.
Wenn Ihr euch entscheiden könntet, ob ihr über eine Frühlingswiese, ein sommerliches Feld, einen herbstlichen Blätterteppich oder Eis, Schnee und Matsch kriechen wollt wie viel müsstet ihr trinken, um beim Matsch hier! zu schreien?

26 Jan

Martin Lange

Gefreiter

Ich bin jetzt endlich Gefreiter und in meiner Stammeinheit, der Stabskompanie 41 der Panzergrenardierbrigade Vorpommern angekommen, eingezogen und integriert.
Der erste Tag war ziemlich entspannt, mit Zeug einräumen, Zeug empfangen und einem Rundgang, um die Kaserne kennenzulernen, die wir vorher ja schon alle kannten, bis auf eine junge Frau, die da aber gerade nicht da war. Also doch sinnlos. Und ja, ihr habt richtig gehört, wir haben ein Mädchen bei uns. Nur eins, aber wenigstens ein ganzes. Natürlich mit höherem Rang als ich, aber in die andere Richtung ist ja immer noch kaum Spielraum.
In den ersten 3 Wochen wurden wir Neuankömmlinge als Ergänzungszug dem Sicherungszug angegliedert, der aus Jägern besteht und uns alle heldenhaft beschützt. Vor was auch immer. Das heißt für uns: eine Menge Ausbildung und nochmal alle Waffen schießen, die man alleine [mehr oder weniger] tragen kann. Also Pistole, Gewehr, Maschinengewehr, Handgranate, Raketenwerfer und Granatpistole, auf die ich mich irgendwie besonders gefreut habe. Ich würde gerne mit der Granatpistole anstatt der Pistole oder dem Gewehr Wache stehen. Nichts mit Warnschuss. KABOOM!
Die ersten 3 Wochen werden also nochmal recht anstrengend, mit Nachtschießen, Dienst bis spät Abends anstatt von 16.30Uhr und einmal draußen schlafen. Aber wenigstens hat man uns das Biwak erspart, weil wir noch keine Ausbildung im Bau von Iglus haben.

25 Jan

Martin Lange

Frontblog Episode II

Die kurze Frontblog-Winterpause ist endlich vorbei. Keine Angst, ich war nicht tot, sondern hatte nur aufgrund meiner Jägerausbildung keine Zeit zum schreiben. Und da ich am Wochenende auch nie zuhause bin, musste Frontblog ruhen. Aber garantiert nicht in Frieden, denn was ein echter Frontblog ist, der stirbt nicht, sondern formiert sich nur in der Hölle neu, um noch stärker und besser und Bundeswehriger zurückzuschlagen. Ohne Einleitung, ohne Kontext, ohne Schokolade, aber das wisst ihr ja schon.

17 Jan

Arian Wichmann

Lightroom 3 und Flickr

Ich hab mir mal die Beta von Lightroom 3 installiert und gesehen, das es da eine Flickrintegrierung gibt. Das musste ich natürlich auch gleich ausprobieren :) und siehe da, ich bin jetzt auch bei Flickr und werde da meine Photos hochladen (soviel ich kann – hab auch gesehen das die auf 100 MB pro Monat limitieren, die Schweine)

http://www.flickr.com/photos/arianw/

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