24everything

Ohne Kontext. Ohne Einleitung. Ohne Schokolade.

31 Dec

Martin Lange

2011

Letztes Jahr habe ich mich ja gefreut, dass 2010 das erste Jahr ohne diese bekloppten Brillen ist.
Ihr wisst schon:

Genau, ich hatte Unrecht!
Aber diesmal, diesmal bin ich mir sicher, dass es keine bekloppten Brillen geben wird. 2O11, das geht nicht!
Endlich Brillenfrei. Jetzt wird alles gut.

Ansonsten: Dieses Mal wird es keinen Jahresvorausblick geben wie letztes Jahr.
Genau, wie ich es vorausgesehen habe… Das ist ja fast schon gruselig…

Was es geben wird:
Geschenke!

Mal so von hinten nach vorne:
1.:Das Shirt dauert noch etwas, weil wir keine Girlyshirts auf Lager haben. Genaugenommen haben wir erstens kein Lager und zweitens… GIRLYSHIRTS? Damit konnte nun wirklich keiner rechnen!

2.: Die CD geht am Montag auf Reisen, bis dahin ein Symbolbild:

3.: Das Buch ist quasi schon los. Zur Vorfreudensteigerung hier mal ein paar Lesermeinungen von Testlesern der PDF-Version:

“echt empfehlenswert” [Philipp S. aus D.]
“ein hammergenialgutes Buch” [Arian W. aus W.]
“tiefgründig, spannend und mit dem nötigen Witz bis zur letzten Seite. Man hat nicht das Gefühl 500 Seiten gelesen zu haben, es liest sich leicht weg, was nicht zuletzt an der frischen Art des Erzählten liegt! ” [Sophia S. aus S.]

Und für alle traurigen nicht-Gewinner:
Trost folgt auf dem Fuße!

Und zwar 2011 mit der absolut genialen: 24E-Lesetour mit Ari und mir im Brotkasten.
Tourdaten folgen!
Und freut euch auf den 24E-unterwegs-Blog.
Quasi live.

Na wenn das nicht mal Aussichten sind!

24 Dec

Martin Lange

Gar kein Türchen: Gewinnspiel

Nach all dem Hass muss euch 24everything auch mal etwas Gutes tun, darum will ich das traditionelle, alljährliche Gewinnspiel wiederbeleben.

Da letztes Jahr niemand! die richtige Antwort eingeschickt hat, beleben wir einfach das Gewinnspiel vom letzten Jahr, nur mit besseren Preisen [die vom letzten Jahr haben wir auch schon längst verfressen/kaputt gemacht].

Also: löst einfach unser Rätsel vom letzten Jahr, sendet uns [irgendwie, ihr bekommt das schon hin] die Antwort mit einer gültigen! E-Mailadresse und schon seid Ihr dabei. Und diesmal gibt es wirklich Hammerpreise!

Da wären:

3. Preis: Eines unserer 24everything-Shirts, um die wir so oft beneidet werden. Größe nach Wahl, Flockdruck.
Erst hatten wir ja überlegt, die auf AmericanApparel zu drucken, weil wegen keine Ausbeutung und so, aber dann dachten wir uns, dass jede Arbeit ja Ausbeutung und jede Verwendung von Baumwolle ein Verbrechen an der Natur ist, darum drucken wir ausschließlich auf H&M-shirts, die wir selber geklaut haben. Darum dürft hr euch auch die Farbe aussuchen. Ist uns ja egal.

2. Preis: Eine Ausgabe des ersten Albums der “Band ohne Arme”, bestehend aus Ari und mir. Und Special Guests. Signiert und Handgebrannt.

1. Preis: Eine unsignierte [weil wegen Wiederverkaufswert] Ausgabe der ersten Auflage von “Tarnfleck ist das neue Schwarz”, meinem Buch über meine Bundeswehrzeit, mit Illustrationen vom fantastischen A. Wichmann.

Edit[einspunkttext]:
Hatte ganz vergessen zu erwähnen: das ganze geht bis Silvester, sprich bis zum diesjährigen “24Everything statt Böller”-Special!

24 Dec

Arian Wichmann

Vierundzwanzigstes Türchen: Rationalität hoch 24

24 Tage kontra geben. 24 Tage lang den Mensch beim Schlawittchen der Vernunft packen und schütteln, schütteln, schütteln.
Hat es was gebracht? Wohl eher nicht. Wer den Anspruch hat irgendwas durch schreiben zu verändern… naja, wenn ich mir die letzten Jahre so anschaue. Verändern kann man manches ja. Aber nicht zum Positiven, aber der Schwachsinn kommt ganz gut an in der Breite. Siehe Thilo Sarrazin – ganz viel Unsinn und bestimmt die Einstellung von nicht nur ner Handvoll Menschen verändert oder zumindestens bestärkt auch wenn die Statistiken in dem Buch zu mindestens 50% nicht ganz der Wahrheit entsprechen (Quellenangabe siehe Spiegelfechter, fefe).

Aber genug von diesem Schundwerk – da haben sich schon Andere den Mund fusselig gesprochen und das reicht dann auch.

24 Tage lang Menschen schütteln und rütteln. Hat das geklappt? Vielleicht hat es geholfen das wir hier zumindestens am Anfang gleiche Themen von zwei Seiten beleuchtet haben. Vielleicht hat das dabei geholfen ein Gefühl dafür zu bekommen, dass es nicht immer nur eine Ansicht gibt, nicht nur eine Seite der Medaille. Und nicht immer nur die erste komplett auf Emotionen wie Hass basierende Reaktion sondern auch noch eine logische Ebene danach, die Rationalität – die erst einmal analysiert und bewertet. Zu verkopft? Vielleicht aber täte im Ganzen glaube ich manchmal nicht nur ein bisschen gut.

Und deswegen sage ich – denkt doch bitte mal nach bevor ihr auf solche Phrasen reagiert wie “Terroristen, wo seid Ihr? Kein Arsch sprengt uns. Immer noch nicht.” Klar ist richtig – noch keine Terroristen in Deutschland, keine Explosionen oder Anschläge. Aber was sagt das? Es kann sagen a) war noch nicht kommt aber oder auch sowas wie b) war noch nicht aber kommt auch gar nicht mehr weil Deutschland einfach nur total sicher ist und so. Und? Was isses? Nächste Frage bitte.

Mir hat’s Spaß gemacht mal wieder regelmäßig zu schreiben (ok manchmal auch nicht aber zumindestens war ich nah dran und hab mich bemüht – ist doch schonmal ein Teilerfolg)! Auch wenn es nach dem Anfang wahrscheinlich etwas abgeflacht ist – am Anfang waren noch mehr Ideen da, mehr Klassiker zum Verfeuern. Dann gab es die Phase des Projektes wo ich mir auch von Anderen hab Ideen geben lassen. Und dann kam die Phase wo die auch keine Ideen mehr hatten und ich ersteinmal auf andere Sachen zurückgreifen musste um die Seiten zu füllen. Was habt Ihr denn so mitgenommen und wie habt ihr die 24 Tage erlebt wahrgenommen? War’s ein Projekt der Art: “Nochmal, nochmal, nochmal!” oder doch eher: “Schöne Idee und so…”?

Ich wünsche euch eine fröhliche Weihnachten (ok doofe Floskel) und bleibt uns treu.

Weltfrieden.

24 Dec

Martin Lange

Vierundzwanzigstes Türchen: Hass hoch 24

24 Tage vorbei. 24 Tage Hass und wir leben immer noch. Haben wir das verdient? Keinesfalls.

Weihnachten. So eine Scheiße. Eigentlich ist heute nur Heiligabend, ohne jegliche Relevanz, bis auf die Geschenke. Aber wenn jemand Weihnachten sagt, meint er den 24.12. So ist das eben, wir leben für den Konsum.
Und, was habt Ihr bekommen? Das dritte Handy? Bücher, die ihr einmal lesen und dann vergessen werdet? Geld, von dem ihr Zeug kauft, das nächstes Jahr überholt/out ist? Ihr Wichser.
Ich hasse euch, eure spätrömische Dekadenz, euer Selbstmitleid, alles.
Ich darf das, darf Misanthrop sein. Denn Menschenhass fängt bei einem selbst an. Die Welt ist ein Haufen Scheiße, in dem sekündlich Leute sinnlos sterben.
Jedes Jahr bringen sich rein statistisch mehr Leute selber um, als an Autounfällen sterben. 10-20mal so viele versuchen es, scheitern aber. Versager.

Terroristen, wo seid Ihr? Kein Arsch sprengt uns. Immer noch nicht.
Die Welt geht zu Grunde, wir werden nach Strich und Faden verarscht und im Fernsehen kommt immer noch Daniela Katzenberger. Was soll das? Titten für den Weltfrieden? Passiert doch eh nichts.
Und Ihr demonstriert. Malt Plakate. Zieht Euch nackt aus und schreit Parolen. Wofür?
Ja, macht noch einen Flashmob. Bringt sicher was.
Ich habe einen Vorschlag für einen Flashmob: Alle kacken mal vor den Reichstag. Hose runter, hinknien und kräftig drücken. Und dann mit Scheiße am Arsch nach Hause trippeln. Das ändert auch nichts, das putzen auch nur die 1€-Jobber weg.

“Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.”
Romantische Scheiße.
Das Herz ist nur ein Muskel in der Größe einer gottverdammten Faust.
Wenn ich die Welt mit meinen Fäusten warnehmen will, werde ich Bulle und verprügel Rentner und Schulklassen.
Alles ist genau so, wie es aussieht: Beschissen.
Und ja, wir müssen alle sterben und danach ist: nichts. Wir sind nur Biochemie und die ist vergänglich.

In diesem Sinne. Frohe Weihnachten.

Weltkrieg!

23 Dec

Martin Lange

Dreiundzwanzigstes Türchen: Armut

Foto von Robert Newald

Die beste Einleitung zum hassen: RTL schauen. Wirklich.
Heute Mittag: RTL hilft einer armen Familie, deren wunderschönes Musterhaus leider nicht wärmer als 15°C wird.
Na und? Natürlich wird das Musterhaus nicht warm, das ist auch nicht dazu gedacht, ihr Kojoten! 15°, 15°… Die Kinder in Afrika wären froh, wenn es da mal so warm wäre! Die Welt geht zugrunde und Ihr Deppen kümmert euch um eine Familie, die zu doof ist, sich eine Heizung zu kaufen? Sollen sie doch auf nächstes Jahr warten, dann gibt es 5€ mehr Hartz IV. Flachwichser.

Und überhaupt, irgendwie wird zur Zeit Allen und Jedem geholfen. RTL hilft, Vera hilft, die große Spendengala… geht denn kein Arsch mehr arbeiten? Habe vorhin eine Fernsehwerbung gesehen, die will, dass ich die Tiger rette. Das ist rechnerisch teurer als eine Patenschaft in Afrika. Wucher! da kaufe ich mir doch lieber das Kind! Na, lieber doch nicht.
Wie mich das auch alles grenzenlos ankotzt, es ist unglaublich! Da sehe ich diese Flachwichser mit Flachbildschirm, die sich darüber beschweren, dass ihr Hartz IV nicht für Weihnachtsgeschenke für ihre 7 Kinder reicht. Dann schenkt nichts! Geht mal in den Wald, spielen mit euren Mistblagen. Ist euch aufgefallen, dass Akademiker nie mehr als 2 Kinder haben? Kinder sind eine Geldquelle für Arme. Das ist die verdammte r-Strategie. “Die Deutschen sterben aus!” Na hoffentlich!
Es vermehren sich eh nur noch die Asis, die mir in ihren hässlichen Aldiklamotten im Lidl im Weg rum stehen, doof glotzen und sobald es billiges FLEISCH gibt, wie die Wespen lossausen und alles leerkaufen. Aber Gemüse verschimmelt.
Kann meinetwegen alles aussterben, die Weltbevölkerung wächst auch ohne uns munter weiter, Indien und China sei dank.
Aber rumheulen, das kann ich leiden! Mit 5 Handyverträgen und 3 Plasmafernsehern Peter Zwegat anrufen! Das ist spätrömische Dekadenz!

Nenenenene!

Weltkrieg!

23 Dec

Arian Wichmann

Dreiundzwanzigstes Türchen: Armut

Armut… geistige Armut… was davon ist schlimmer oder prägender?

An sich gibt es ja keine richtige Armut in Deutschland – wer muss wirklich hungern und darben bis zur letzten Konsequenz wie man es sich in Afrika vorstellt?

Aber geistige Armut? Ja… davon haben wir wahrlich viel und reichlich denke ich. Schauen wir doch nur einmal, wie mein sehr geehrter Mitautor schreibt, in das tagtägliche Fernsehprogramm. Gruselig, wirklich sehr sehr gruselig.  Und die Sender die sich wenigstens irgendwie bemühen anspruchsvolles Programm zu bieten werden dafür häufig ausgelacht und beleidigt. Oder man schreit heraus, dass die gesamte GEZ ja sowieso nur eine Mafia ist (ok… bestreite ich prinzipiell erstmal gar nich) und man dafür ja nie im Leben bezahlen sollte und blabliblubb.

Aber ganz ehrlich was die Privaten da abziehen… Ich hab gerade eben einen Film bei Kabel Eins gesehen und relativ kurz vor dem Ende gab es ein “Quiz Break”. Heißt bestes NeunLive Fernsehen mit ner Frau die einfach nicht mehr aufhört zu quasseln, einem was vom Wolf erzählt und irgendwas sagt von 500€ und Unterschied zwischen zwei Bildern herausfinden. Echt erschütternd sowas sich a) auszudenken und b) wirklich umzusetzen…

Ist das geistige Armut? Also sowas wirklich ins laufende Programme zu übernehmen.

Aber ist es nicht auch nur ein Anpassen ans Publikum? Obwohl – wenn man mit dieser Frage anfängt kann man auch gleich fragen was zuerst da war: das Huhn oder das Ei? Wer war zuerst da – der dumme Zuschauer oder das verdummende Fernsehprogramm? Egal welche Antwort richtig ist – wer trägt die Schuld daran? Mit Sicherheit die Politik, die sind eh immer Schuld. Ich glaube es gibt keine richtige oder zufriedenstellende Antwort – zumindestens nicht von mir.

Es lässt sich echt wenig Positives über das deutsche Fernsehprogramm sagen. Das Beste was man sagen kann – es hat noch seine Lichtblicke. Aber manches fehlt gänzlich – wie zum Beispiel ein ordentliches Angebot von Late Night Shows. Das finde ich total traurig. Harald Schmidt… ja gibt’s aber ich hätte gerne Auswahl. Aber naja – Lichtblicke, wie gesagt.

Weltfrieden.

22 Dec

Arian Wichmann

Zweiundzwanzigstes Türchen: Ballett

Lange hat er nichts mehr geschrieben – woran lag’s? Ganz einfach – hab’s nicht geschafft, zeitlich.

Aber now for something completely different.

Ich war gestern in der Deutschen Oper Berlin und war eingeladen mir den Nussknacker anzuschauen. Eine Inszenierung die, wir mir aus verlässlichen Quellen berichtet wurde, so in der Form schon seit vielen Jahren immer wieder zu Weihnachten aufgeführt wird. Quasi die sichere Bank der Weihnachtsinszenierungen. Für mich war es glaube ich, ergo soweit ich mich erinnern kann, das erste Ballett das ich mit eigenen Augen gesehen habe.

Die Geschichte dürfte ja hinlänglich bekannt sein - aber hier nochmal kurz zusammengefasst (ich bemühe mich noch kürzer zu sein als Wikipedia).
Klara bekommt von ihrem Onkel einen Nussknacker geschenkt zu Weihnachten. In der darauffolgenden Nacht träumt sie von einer Schlacht zwischen den Spielzeugsoldaten des Nussknackers gegen die Truppen des Mäusekönigs. Klara hilft dem Nussknacker und er verwandelt sich in einen Prinzen. Danach reisen die Beiden in das Land der Süßigkeiten und die Zuckerfee veranstaltet in ihrer Zuckerburg zu ihren Ehren ein Fest.
Naja fast kürzer.

Soweit so gut – klingt doch nach vielen schönen Bildern die man aneinander hängen kann und die dann irgendwie was Zusammenhänges ergeben könnten. Und mit den schönen Bildern stimmt es auch aber mir hat ganz ehrlich das Zusammenhängende gefehlt. Besonders im zweiten Teil ist es nur noch eine Aneinandereihung von Tänzen die geschichtlich nicht wirklich einen Zusammenhang haben – maximal einen gesteckten Rahmen. Dass das Publikum nach jedem Tanz auch noch Szenenapplaus geben musste und die Tänzer sich zu Zwischenverneigungen haben hinreißen lassen hat das ganze Werk noch mehr zerstückelt.

Aber vom Bühnenbild her war’s eigentlich ganz schön. Da gab es die edlen Fräcke und Röcke inklusive Zylinder und Gehstöcken und solch große Elemente wie den Heißluftballon mit dem Klara und der Nussknacker von links nach rechts durch das Bild flogen oder sich das Treiben von Oben anschauten. Halt eine dieser Aufführungen für die man sich ein Jahr ganz ganz viel Mühe gibt und die Elemente baut und sie dann erst mal ein ganz paar Jahre hat.

Aber wie stand es mit dem eigentlich Hauptpunkt eines Balletts, dem Tanz? Naja wie gesagt ich hab da nicht sehr viel Expertise in dem Feld aber irgendwie hat’s mich nicht berührt. Technisch bestimmt super was die Tänzer da geleistet haben aber die Choreographie fand ich irgendwie uninspiriert. Es war irgendwie die immer gleichen acht bis zehn Elemente die man irgendwie variiert und anders kombiniert hat. Kombiniert mit dem Subtext "Schau mal wie toll ich auf den Zehenspitzen laufen, springen und stehen kann" hat sich da irgendwie keine besondere Verbindung aufgebaut.
Jetzt steht natürlich noch die Frage offen – ist dass ein prinzipielles Problem was ich mit Ballett habe oder nur spezifisch für diese Inszenierung? Genaueres weiß man nicht, man wird sehen.

Weltfrieden!

22 Dec

Martin Lange

Zweiundzwanzigstes Türchen: Hier könnte Ihre Werbung stehen.

Ich habe da so eine Theorie:
da die Geschichte tragischerweise immer von den Siegern geschrieben wird, lernen wir schon in der Schule, dass jede Veränderung automatisch eine Verbesserung bedeutet. Ihr kennt das ja: Früher war alles grau, aber dann kam Irgendwer und mit ihm der göttliche Heilbutt und alles ward gut.
Kennt jemand das Zitat von Georg Christoph Lichtenberg:
“Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.”?
So eine Moppelkotze!
Wegen sowas versucht die Kinderverfettungsmafia seit Jahren schon [sehr erfolgreich] uns zu verarschen.
Wisst Ihr, wer mein absoluter Held ist?
Der Typ, der sich die aktuelle Pringles-Werbung ausgedacht hat.
“Jetzt 90 Chips in jeder Dose!”
“Jede Menge Spaß!”

Haha. Was für ein abgebrühter Motherfucker. Früher waren da mal 200 Gramm drin, heute sind es 165. Hat ja auch keiner gesagt, dass da mal weniger als 90 Chips drin waren. Und in der Giottopackung waren früher auch mal 10 drin und nicht nur 9…

Und genau da schlägt uns unsere Liebe zur Veränderung mit Schwung in den Nacken: Egal, für was und wie man wirbt, solange man es erwähnt, scheint es wohl gut zu sein.
Gummibärchen ohne Fett… Natürlich, Ihr Trottel!
Wirkt 15 Minuten schneller… Als was denn? Als nichts? Als Holz?
Nur für kurze Zeit… Gemessen an den Lebenserwartungen eines Mammutbaumes? Hier gibt es eine “limited-Edition”-Souce [kein Witz!] schon seit 2 Jahren.

Aber der größte Witz ist ja wohl das “Produkt des Jahres”. Irgendwie ist gerade alles Produkt des Jahres. Schminke. Waschmittel. Kerzen.
Ich war mal auf der Seite von denen, die erklären lang und breit, dass es da um Innovation geht. Und dann: Produkt des Jahres: Ein Rasierer, den ich selber schon seit Jahren habe. Aber in weiß!!!!einseinself Wow!
Fühlt sich denn da keiner verarscht? Fragt da keiner nach? Ist doch zum an-den-Kopf-fassen!

Darum erkläre ich 24everything.org hiermit zum Blog des Jahres 2010, ernannt von der absolut unabhängigen Jury von 24everything.org.

Weltkrieg. [Jetzt noch besser!]

21 Dec

Arian Wichmann

Einundzwanzigstes Türchen: Das Minderheiten-Quartett

Juden, Nazis, Neger, Schwule: Spiel auch du sie gegeneinander aus!

Um hier mal mit nem kleinen Wachrüttler zu beginnen.

Im Minderheiten-Quartett kämpfen die Randgruppen unserer Gesellschaft für denjenigen der sie gerade in der Hand hat. An sich ist das natürlich ein ganz normales Quartett Spiel, wartet aber mit seinen ganz eigenen Besonderheiten auf. Aber am Besten kann man das Spiel wohl mit einem Auszug aus der offiziellen Spielanleitung beschreiben:

Runde 2, Thilo ist an der Reihe: „Eigentlich möchte ich hier niemanden provozieren. Also verstehen Sie äh.. es bitte als Satire, wenn ich jetzt Sie herausfordere, Frau Künast!“ „Ich werde es versuchen. Hahahahö-grunz“, sagt sie und lacht dabei etwas zu laut.
Thilo Sarrazin spielt die Juden-Karte in der Kategorie Wohlstand aus. Renate Künast spielt die Nazis in der Kategorie Homogenität. Rangar Yogeshwar meldet sich, „Beckmann“ nimmt ihn dran: „Lasst mich die Sterne zusammen zählen, schließlich kenne ich mich voll mit Wissenschaft aus und so. Mal sehen: Die Juden 5 + 4, grübel… und die Nazis zähl … 9 : 5,5. Thilo gewinnt.“
„Prima.“, gerade will Thilo nach den Karten greifen, da fährt es aus der Künast nur so heraus, dass die Funken sprühen: „MOMENT MAL! Nicht so schnell, Freundchen. Juden sind vielleicht besser als Nazis, aber meine Karte ist Trumpf. Da steht nämlich drauf: Nazis schlagen Juden und Neger, also gewinne ich! In your face Sarrazin, in your face!!“
Künast freut sich diebisch ob ihrer Schläue und grapscht nun ihrerseits gierig nach den Karten. Doch Thilo wäre nicht der Sarrazin, hätte er nicht noch ein Ass im Ärmel, in diesem Fall eine Aktionskarte. „Ich spiele die Karte: Die Bundesregierung greift ein.“, sagt er und lässt sie lässig auf den Tisch gleiten.
Renate explodiert: „Das kann ja wohl jetzt nicht Ihr `ERNST sein!?! Wie wollen Sie sich denn da schon wieder raus reden?! Passen Sie bloß auf, was Sie sagen!“
„Nun ja, es ist doch so: Die Juden zu kritisieren, meinetwegen für – sagen wir mal den Siedlungsbau, ähm… Dann kann man das hier in Deutschland ja nicht tun, ohne Gefahr zu laufen, als Nazi verdächtigt zu werden. Denn dann kommen immer sofort solche, auf dem linken Auge blinden Reflexe, die einem aus sozial-romantischen Gründen den Mund verbieten, damit man nicht den imaginären Multi-Kulti-Frieden stört. Und ein ‚Gedankenverbrecher‘ geschimpft zu werden, wäre schließlich nicht so ‚doppel plus gut‘ für die Karriere, nicht wahr Frau Künast?“ Renate Künast ihr Gesicht schlägt fehl. Der hat gesessen und sie endlich ruhig gestellt. Zwei Punkte für Thilo: Er darf die Minderheiten in seine Wertegemeinschaft assimilieren…
Quelle: Spielanleitung

Aber ist das in Ordnung so was herauszugeben? Naja, eigentlich ja natürlich nicht. Politische Correctness über Alles. Aber wenn man die Reaktionen auf die Aktion mitbekommt rechtfertigen diese Allein schon die Existenz dieses Spiels. So wurde das Spiel auf dem Portal Altermedia unter Überschrift “Spieltip für lange Winterabende” empfohlen. Lustige Reaktionen inklusive. Kleines Beispiel? Gerne :)

Ganz klar ein absolut jüdisches Spiel! Von Juden für Juden gemacht. Schaut euch doch mal die Eigenschaften der Karten an – wer die Spielregeln kennt weiss, dass die Judenkarte fast immer gewinnt!
Mal abgesehen davon: Welcher halbwegs gebildete Mensch denkt, dass Neger und Muslime intelligenter als “Nazis” sind?

Herrlich wenn eine Sammlung von Spielkarten sowas hervorrufen kann. Also immer weiter damit liebe Zeitschrift (Zeitschrift - das Magazin ist der Herausgeber des Spiels).

Disclaimer: Ich bin in keinster Weise mit den Herstellern dieses Produktes verbunden, verheiratet oder verschwägert. Find’s nur ne schöne Idee. Also: nicht kaufen nur gucken!

21 Dec

Martin Lange

Einundzwanzigstes Türchen: asoziale Netzwerke

“Herbert hat eine Kackwurst geschissen. Möchtest Du den Geruch mit ihm teilen?”
“Sibylle braucht Deine Hilfe auf ihrer Farm”
“Du wurdest eingeladen zu: Holocaust”
“Maik und 76.837 anderen gefällt: “Das Teil zum dazwischenlegen an der Kasse”, möchtest Du auch ein Fan werden?”
“Sören nahm Teil am Quiz: “Welche Geschlechtskrankheit bist Du?”,er ist Tripper, teste, welche Geschlechtskrankheit Du bist”

Die Timeline eines jeden sozialen Netzwerkes lässt sich ganz meditativ wie ein Fluss betrachten. Ein Fluss voller Scheiße und toter Menschen.
Also eher der Ganges als der Rhein, aber immerhin.
Das wirklich Schlimme daran ist, dass sich alle sozialen Netzwerke gemäß des Gesetzes “Was funktioniert, das wird kopiert” nach und nach mehr gleichen. Das Überangebot an virtueller Geselligkeit hält sich nur aus einem Grund:
Irgendein Arsch, mit dem Du befreundet bist, ist nur bei diesem einen, speziellen Netzwerk. Also bist Du auch da. Aber Du bist auch überall anders, weil da deine anderen 5 Freunde sind.
Jetzt schreiben Dich in diesem 1-Freund-Nischennetzwerk irgendwelche erfundenen Onlineidentitäten, Stalker und/oder undergroundbands an, mit denen Du dann befreundet bist. Außerdem bestätigt Dich das Mädel, das Du schon seit der Erfindung von Myspace stalkst, aus Versehen als Freund. Also kannst Du da nicht weg, denn sie noch einmal irgendwo anders fragen traust Du Dich nicht.
Und Schwuppdiwupp: Du bist in mindestens 3 Netzwerken, die sich nur in der Farbe unterscheiden.
Du kannst schonmal nicht weg.
Aber der Konkurrenzdruck unter den Cummunities bleibt, also wird ständig “verbessert” und “Das Design optimiert”. Meint: alle Zwei Wochen sieht alles so anders aus, dass ich mich nicht mehr zurechtfinde und wenn ich auf irgendein Profil will, geht der beschissene Chat auf!
Ich muss ehrlich zugeben: Twitter habe ich schon lange aufgegeben, da schreiben die Leute eh nur, was sie auch in ihren Facebook-Profilupdates schreiben.
My[_], früher bekannt als Myspace [Kein Scheiß! War da mal wieder einer in den letzten Wochen? Grässlich. Aber wenigstens kann man jetzt auf "like" klicken. Schweinebande!]
Und StudiVZ, dieser dreiste, rosa Facebook-Klau… Lass es einfach.
Was mich daran am meisten nervt: “Das weißt Du nicht!!! Das habe ich doch gesten Nachts um 3 in irgendeine 3-Mann-Studi-VZ-Gruppe geschrieben!!! Wie Weltfremd bist Du denn?”
Ey, Kinder! Habt Ihr alle ein Ei auf dem Kopf? Wie haben das die Leute früher gemacht? Ging Abi und Studium früher ohne Internetz? Man weiß es nicht mehr.

Ich meine: Wir haben die technischen Möglichkeiten, alle Netzwerke zu vereinen, schon auf anderen Seiten gelesene Beiträge auszublenden und all den Mist zu filtern, der eh keine Sau interessiert [Jetzt mal ehrlich, wenn ich in Euren Mafia-Klan wollen würde oder auf einer Farm arbeiten, hätte ich kein ABi gemacht, Ihr Opfer]. Aber es macht keiner. Warum? Denkt Ihr echt, ich klicke eure Werbung an? Ihr Internetmillionärflachwichser, ich schlage Euch mit meinem Adblocker, bis es nur noch ein soziales Netzwerk gibt.
Wollt Ihr das totale soziale Netzwerk?

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