Ohne Populärmusik aus Österreich zitieren zu wollen:
Ich lebe.

Aber keine Angst, ich komme damit klar.

Ihr wollt sicher wissen, wie es mir in der Zwischenzeit so ergangen ist. Und wenn nicht: erzähle ich es trotzdem, da hier niemand mit einem Dienstgrad ist, der mir etwas zu sagen hätte.

Die 3 Wochen Jägerausbildung im Sicherungszug sind schon lange vorbei und ich kann sie nun endlich mit der nötigen Distanz betrachten, um objektiv mit vollstem Respekt und mit Anerkennung auch an meine Ausbilder sagen zu können:
Was für ein sinnloser Mist!

In den 90ern hätte manes als Trendsportart verkaufen können, damit es cool ist. Extrem-bei-Minus-17-Grad-Celsius-im-Wald-schlafing, Extrem-jeden-Tag-den-selben-Unsinn-schießen und mein absoluter Favourit: Power-Waffenputzing.
Zum Glück gehöre ich nicht zu denen, die ihre letzten 5 Monate dort bleiben dürfen. Das sind, grob betrachtet, übrigens die größten Trantüten, die es hier gibt. Nun ja, im Wald können sie nicht viel kaputt machen, aber dummerweise ist es auch der Sicherungszug, der unsere Wache stellt.
Von allen Türsteherklischees einmal abgesehen, Trottel mit scharfen Waffen am Schnittpunkt der Kaserne zur Außenwelt erscheint mir leicht unüberlegt. Genaugenommen ist es auf der gleichen Stufe der Unüberlegtheit wie eine Waffenkammer des Vertrauens. Oder einen Soldaten auf einen Kasten Bier aufpassen zu lassen.

Also halten wir fest: ich bin nicht mehr im Sicherungszug.
Aber was kam danach? Und wann kommen endlich die versprochenen nicht-koscheren Wurstwaren und die Blutegel und Postpingpong und die Geheimnisse der Wetterbeobachtung und und und…?
Bald schon, bald schon.